Inhalt
01. Kurzmeldungen
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KI schlägt erneut fehl, diesmal unter Einsatz von Social-Engineering-Taktiken
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Die Malware „ChainDrop“ kompromittiert bei einem groß angelegten Angriff auf die Lieferkette über 1.300 npm-Pakete
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Kenia entwickelt sich zum Hauptziel der Cyberkriminalität in Ostafrika
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Cyberangriff auf die Schweizer Regierung kompromittiert 200 Konten
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Cyberangriff auf Intermarché legt Daten von fast 300.000 Kunden offen
02. Fazit
KI läuft erneut Amok – diesmal unter Einsatz von Social-Engineering-Taktiken
OpenAI und Anthropic haben separate Vorfälle bei Cybersicherheitstests bekannt gegeben, bei denen ihre KI-Modelle über die vorgesehenen Grenzen kontrollierter Evaluierungen hinaus mit realen Systemen und Personen interagierten. Die neu bekannt gewordenen Vorfälle stehen in keinem Zusammenhang mit dem jüngsten Sicherheitsverstoß bei Hugging Face, haben jedoch neue Bedenken hinsichtlich des Verhaltens zunehmend autonomer KI-Agenten aufkommen lassen.
Während Tests des britischen AI Security Institute (AISI) führten KI-Agenten, die auf Anthropics „Claude Mythos 5“ und OpenAIs „GPT-5.6 Sol“ basierten, im öffentlichen Internet unbefugte Aktionen durch, während sie versuchten, simulierte Hacking-Herausforderungen zu bewältigen. In einem Fall nahm ein KI-Agent versehentlich ein echtes GitHub-Projekt ins Visier, erstellte gefälschte Konten und führte Social-Engineering-Kampagnen durch, um Entwickler dazu zu bewegen, böswillige Codeänderungen zu genehmigen.
In einem separaten Vorfall gab OpenAI an, dass eines seiner Modelle eine echte Website ausnutzte, nachdem eine Testumgebung falsch konfiguriert worden war, was einen unbeabsichtigten Internetzugang ermöglichte. Die KI nutzte Berichten zufolge gefundene Anmeldedaten, um auf die Website zuzugreifen, während sie glaubte, dies sei Teil einer simulierten Aufgabe.
Obwohl die Ermittler keine Hinweise auf erheblichen Schaden in der realen Welt fanden, unterstreichen die Vorfälle die wachsenden Bedenken hinsichtlich der Autonomie, der Täuschungsfähigkeit und der Cyberfähigkeiten von KI. Sicherheitsexperten sagen, die Ereignisse zeigten die Notwendigkeit strengerer Sicherheitsvorkehrungen, klarerer Testgrenzen und branchenweiter Standards für die Bewertung fortschrittlicher KI-Systeme.
ChainDrop-Malware kompromittiert über 1.300 npm-Pakete bei großangelegtem Angriff auf die Lieferkette
Ein groß angelegter Angriff auf die Software-Lieferkette hat mehr als 1.300 Pakete im npm-Register kompromittiert und Entwickler sowie Organisationen weltweit einer sich selbst verbreitenden Malware-Variante namens „ChainDrop“ ausgesetzt. Sicherheitsforscher schätzen, dass die betroffenen Pakete monatlich mehr als 2 Milliarden Downloads verzeichnen, was diesen Angriff zu einem der bislang bedeutendsten Angriffe auf das npm-Ökosystem macht.
Die Kampagne begann, nachdem Angreifer Zugriff auf das GitHub-Konto eines Betreuers erlangt hatten, der hinter mehreren weit verbreiteten Paketen stand, darunter Keyv, Cacheable, flat-cache und file-entry-cache. Einmal im System, schleuste der Angreifer bösartigen Code in legitime Projekte ein und veröffentlichte kompromittierte Paketversionen über offizielle GitHub-Workflows, wodurch die bösartigen Releases vertrauenswürdig erschienen.
Die Malware wird während der Paketinstallation automatisch ausgeführt und setzt eine Payload zum Diebstahl von Informationen ein, die darauf ausgelegt ist, sensible Anmeldedaten, API-Token, Cloud-Geheimnisse, Datenbankzugangsdaten sowie Anmeldedaten für CI/CD-Pipelines zu sammeln. Forscher warnen davor, dass sich die wurmartige Malware weiter ausbreiten kann, indem sie gestohlene Anmeldedaten nutzt, um weitere Repositorys und Softwarepakete zu kompromittieren.
Sicherheitsfirmen haben Organisationen, die betroffene Versionen installiert haben, geraten, die betroffenen Entwickler-Arbeitsstationen und Build-Umgebungen als kompromittiert zu behandeln. Zu den empfohlenen Maßnahmen gehören das Ändern aller offengelegten Anmeldedaten, die Neuinstallation betroffener Systeme und die Überprüfung von Protokollen auf Anzeichen eines unbefugten Zugriffs.
Der Vorfall verdeutlicht das wachsende Risiko durch Angriffe auf die Software-Lieferkette und die potenziellen Auswirkungen kompromittierter Open-Source-Abhängigkeiten auf Unternehmen weltweit.
Kenia entwickelt sich zum Hauptziel der Cyberkriminalität in Ostafrika
Eine neue Bewertung der Cyberbedrohungslage durch Interpol hat Kenia als eines der Hauptziele für Cyberkriminelle in Ostafrika identifiziert und dabei einen starken Anstieg von Angriffen auf Telekommunikationsnetze, Regierungssysteme und mobile Geldtransferdienste hervorgehoben. Der Bericht warnt davor, dass das rasante digitale Wachstum des Landes neue Möglichkeiten für Angreifer geschaffen hat, die Schwachstellen in kritischer Infrastruktur und bei Online-Diensten ausnutzen wollen.
Den Ergebnissen zufolge verzeichnete Kenia in der ersten Hälfte des Jahres 2025 mehr als 46.000 Distributed-Denial-of-Service-Angriffe (DDoS), wobei Telekommunikationsanbieter die Hauptlast dieser Aktivitäten trugen. Die Behörden meldeten zudem Hunderte Millionen von Einbruchsversuchen, die sich mittels Brute-Force-Angriffen und Techniken zur Ausnutzung von Software-Schwachstellen gegen Regierungs- und IKT-Systeme richteten.
Betrug im Mobilfunkbereich bleibt ein großes Problem. SIM-Swap-Betrugsfälle stiegen um mehr als 300 %, wobei Cyberkriminelle gefälschte SIM-Karten nutzten, um Zugriff auf Mobile-Money-Konten zu erlangen und Millionen von Dollar zu stehlen. Der Bericht verwies zudem auf den vielbeachteten Angriff auf die Website des kenianischen Präsidenten, bei dem Angreifer die Seite verunstalteten und Lösegeld in Kryptowährung forderten.
Interpol stellte fest, dass Nachbarländer wie Uganda, Tansania und Ruanda mit ähnlichen Bedrohungen konfrontiert waren, die von Ransomware-Angriffen bis hin zu Telekommunikationsbetrug reichten. Das Ausmaß der Vorfälle in Kenia sticht jedoch in der gesamten Region hervor und verstärkt die Besorgnis über die wachsenden Cyberrisiken, denen die expandierende digitale Wirtschaft Afrikas ausgesetzt ist.
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass eine stärkere regionale Zusammenarbeit und koordinierte Cybersicherheitsmaßnahmen unerlässlich sein werden, um die immer raffinierteren grenzüberschreitenden Netzwerke der Cyberkriminalität zu bekämpfen.
Cyberangriff auf die Schweizer Regierung kompromittiert 200 Konten
Die Schweizer Behörden untersuchen einen Cyberangriff auf SharePoint-Server, die vom Bundesamt für Informatik, Systeme und Telekommunikation (FOITT) betrieben werden und bei dem rund 200 Benutzer- und technische Konten kompromittiert wurden. Es wird vermutet, dass die Angreifer dabei kürzlich bekannt gewordene Sicherheitslücken in der Microsoft-SharePoint-Software ausgenutzt haben.
Nach der Entdeckung hat das BIT die betroffenen Passwörter umgehend zurückgesetzt und den Internetzugang zur betroffenen SharePoint-Umgebung für Nutzer außerhalb der Bundesverwaltung gesperrt. Die Behörde führt zudem vorsorglich eine Neuinstallation der betroffenen Server durch, während die Ermittlungen weiterlaufen. Interne Regierungsmitarbeiter können weiterhin über alternative Kanäle auf Dokumente zugreifen.
Nach Angaben des FOITT gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass weitere Daten gestohlen wurden oder nach außen gelangten, und die Behörden betonen, dass vertrauliche Informationen und hochsensible personenbezogene Daten nicht auf der betroffenen SharePoint-Plattform gespeichert werden dürfen. Die Ermittlungen werden vom Nationalen Zentrum für Cybersicherheit (NCSC) der Schweiz und von Microsoft unterstützt.
Der Vorfall verdeutlicht die anhaltende Bedrohung durch Sicherheitslücken in weit verbreiteter Unternehmenssoftware. Die Schweiz verzeichnete im vergangenen Jahr 325 Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen, darunter 28, die sich gegen die Bundesverwaltung richteten. Behördenvertreter warnen, dass Organisationen des öffentlichen Sektors nach wie vor attraktive Ziele für Cyberkriminelle sind, die Zugang zu Regierungssystemen und sensiblen Informationen suchen.
Cyberangriff auf Intermarché legt Daten von fast 300.000 Kunden offen
Die französische Supermarktkette Intermarché hat einen Cyberangriff bestätigt, bei dem die personenbezogenen Daten von fast 300.000 Kunden kompromittiert wurden, die ihren Click-and-Collect-Service namens „Drive Intermarché“ nutzten. Der Datenverstoß ereignete sich, nachdem sich Angreifer unbefugten Zugriff auf die Bestellhistorie und Kontoinformationen der Kunden verschafft hatten.
Nach Angaben von Groupement Mousquetaires, dem Betreiber der Supermarktkette, umfassen die offengelegten Daten Namen, Telefonnummern, Postanschriften, Geburtsdaten, Kundenkartennummern sowie bestimmte Details zu Online-Bestellungen der Kunden. Das Unternehmen betonte, dass keine Bankdaten, Passwörter, E-Mail-Adressen oder Treuepunktguthaben von dem Vorfall betroffen seien.
Intermarché hat bereits rund 287.000 betroffene Kunden benachrichtigt und darauf hingewiesen, dass im Zuge weiterer Untersuchungen möglicherweise noch weitere von dem Datenleck betroffene Personen identifiziert werden könnten. Der Vorfall wurde gemäß den gesetzlichen Vorschriften der französischen Datenschutzbehörde CNIL gemeldet.
Sicherheitsexperten warnen die Kunden, weiterhin wachsam gegenüber Phishing-Versuchen zu bleiben, da Cyberkriminelle die gestohlenen Informationen nutzen könnten, um sich als Intermarché auszugeben und Opfer dazu zu verleiten, weitere persönliche oder finanzielle Daten preiszugeben. Dieser Datenverstoß ist der jüngste in einer wachsenden Zahl von Cyberangriffen auf große französische Unternehmen und unterstreicht die anhaltende Bedrohung für den Einzelhandelssektor sowie den steigenden Wert von Kundendaten für Angreifer.
Sollten Sie Bedenken hinsichtlich einer der in diesem Bulletin beschriebenen Bedrohungen haben oder Hilfe bei der Entscheidung benötigen, welche Maßnahmen Sie ergreifen sollten, um sich vor den größten Bedrohungen für Ihr Unternehmen zu schützen, wenden Sie sich bitte an Ihren Kundenbetreuer oderkontaktieren Sieuns, um zu erfahren, wie Sie Ihr Unternehmen schützen können.
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